Vom Stahlstandort zum Naherholungsgebiet

Standorte am Wasser stehen bei vielen auf der Wunschliste. Eine solche begehrte Lage befindet sich mittlerweile im Dortmunder Stadtteil Hörde. Dort ist auf der Fläche des ehemaligen Stahlwerksareals Phoenix-Ost, auf insgesamt 96 Hektar Entwicklungsgeschichte, der künstlich angelegte PHOENIX See entstanden und damit ein neues Naherholungsgebiet mit Hafen, attraktiven Baugrundstücken und modernster Architektur. Dass sich hier einmal ein Industriegelände von Thyssen Krupp befand, daran erinnert heute nur noch die Thomasbirne auf der „Kulturinsel“ im See. Mit dem PHOENIX See ist nicht nur ein neues Quartier entstanden, sondern eine Destination mit Imagegewinn für die ganze Stadt und eine Bereicherung für die Bewohner. Verantwortlich für die Planung und Bau sind die PHOENIX-See-Entwicklungsgesellschaft, die Emschergenossenschaft sowie die Stadt Dortmund. Die Vermarktung der freien Grundstücke obliegt DSW21.

  • 2005: Der erste Spatenstich zum Seeaushub
    Im April 2000 fiel der Ratsbeschluss für die Entwicklung des Geländes Phoenix-Ost und damit für den See-Entwurf des Architekten Norbert Kelzenberg. Im September 2004 begannen die ersten Abbrucharbeiten der letzten oberirdischen Gebäude auf dem Areal. Nach Abbruch durch den ehemaligen Stahlwerksbetreiber und Ankauf des Areals durch die Stadt Dortmund fand im Jahre 2005 der erste Spatenstich zum Seeaushub statt. In der Folgezeit liefen die Bauarbeiten auf der Baustelle mit teils über 100 Großgeräten auf Hochtouren. Zur Erstellung des Seebeckens und für die Modellierung der angrenzenden Entwicklungsflächen wurden mehr als 2,5 Millionen Kubikmeter Boden und rund 420.000 Kubikmeter Stahlbeton-Abbruch bewegt. Dabei wurde das im Zuge der Industrialisierung verfüllte Emschertal weitgehend freigelegt. Ein Fünftel des ausgehobenen Bodens wurde über die Trasse der ehemaligen Eliasbahn nach PHOENIX West transportiert. Der Rest wurde zum Aufbau der terrassierten Wohngebiete verwendet.

Spatenstich im Jahr 2005

© Foto Willi Garth

Befüllung des Sees am 01. Oktober 2010

© Foto Willi Garth

  • 2010: Erste Liter Wasser fließen in das Becken
    Nach gerade einmal fünf Jahren Bauzeit, am 1. Oktober 2010, fiel der Startschuss zur Seebefüllung. Oberbürgermeister Ullrich Sierau und „J.R.“ Larrry Hagmann fluteten zusammen mit zehntausenden Besuchern den PHOENIX See und es flossen offiziell die ersten Liter Wasser in das Becken auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände. Beste Ingenieurskunst hat dieses riesige Regenwasserrückhaltebecken als neue Talsperre und als ein Baustein bei der Renaturierung der Emscher ermöglicht. So dient der See heute nicht nur zur Erholung, sondern seine Gestaltung als Regenwasserrückhaltebecken schützt die flussabwärts liegende Wohn- und Gewerbebebauung am Ufer der Emscher vor Hochwasser. Am Mönchsbauwerk im Hafenbecken kann es zurückgehalten und kontrolliert und wieder in die Emscher geleitet werden. Bei Bedarf kann der See zusätzlich bis zu 235.000 m3 Regenwasser aufnehmen. Die Wasserqualität des PHEONIX Sees wird seit der Flutung regelmäßig von der Emschergenossenschaft überwacht.

  • 2011: der Seeuferbereich wird freigegeben
    Am 9. Mai 2011 wurde der Seeuferbereich für die Öffentlichkeit freigegeben. Die wassersportliche Nutzung für kleine Segelboote und motorlose Sportboote begann am 1. April 2012. Die Bebauung am Nordufer begann im Jahr 2011. Südlich des Sees startete die Bebauung zwei Jahre später. Im Westen des Sees befinden sich heute ein Gastronomie- und Geschäftsbereich. Nur wenige Gebäude wie die denkmalgeschützte Hörder Burg, seit 2017 Sitz der fusionierten Sparkassenakademie Nordrhein-Westfalen, eine alte Villa und ein Magazinhaus blieben erhalten und gelangten zu einer neuen Zweckbestimmung. Weitere attraktive Bauten sind noch in der Entstehung. Nur wenige Jahre nach der Eröffnung der Naherholungsanlage PHOENIX See im Frühjahr 2011 erfreut sich das Freizeitareal in Dortmund regen Zuspruchs und zahleiche Firmen und Gastronomien haben sich angesiedelt.

Freigabe Seeuferbereich, 09. Mai 2011

© Foto Willi Garth